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Leia murele lahendus

Sa ei ole oma murega üksi. Siit leiad vastuse erinevatele diskrimineerimist puudutavatele küsimustele. Oleme siin selleks, et Sind aidata.

Gründe für verbotene Diskriminierung

Das Gleichbehandlungsgesetz verbietet unmittelbare und mittelbare Diskriminierung aufgrund der Nationalität (Ethnizität), der Rasse oder Hautfarbe, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung und der sexuellen Orientierung (§ 2 Abs. 1 und 2 VõrdKS). Nach dem Gleichbehandlungsgesetz (§ 2 Abs. 3 VõrdKS) können die Erfüllung familiärer Pflichten, der soziale Status, die Vertretung der Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern oder die Mitgliedschaft in einem Arbeitnehmerverband, die Sprachkenntnisse oder die Wehrpflicht sonstige verbotene Diskriminierungsgründe darstellen. Zu den sogenannten sonstigen Gründen zählen Fertigkeiten, die erworben werden können (wie Sprachkenntnisse), Tätigkeiten, Verantwortlichkeiten sowie der soziale Status.

Das Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der Geschlechtsidentität ist im Gleichstellungsgesetz geregelt.

Nationalität

Die Nationalität einer Person ist ein wichtiger Teil ihrer Identität und ist verbunden mit ihrer Herkunft (Abstammung der Eltern) und ihrem kulturellen Hintergrund.  Es bleibt jedoch jedem selbst überlassen, zu welcher Nationalität sie/er sich zählt. Die ethnische Herkunft ist mit der kulturellen, religiösen, stammesmäßigen und sprachlichen Zugehörigkeit einer Person verbunden. In Estland können zum Beispiel die Setukesen, die Roma und die Altgläubigen vom Peipussee als ethnische Gruppen betrachtet werden.

Eine Person darf aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit nicht gegenüber anderen benachteiligt werden.

Eine unmittelbare Diskriminierung aufgrund der Staatsangehörigkeit liegt vor, wenn eine Person aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit gegenüber einer anderen Person in einer ähnlichen Situation benachteiligt wird. Z. B. wenn eine Person russischer Nationalität vom Bewerbungsverfahren ausgeschlossen wird. Bei Aufnahme einer Beschäftigung wird ein höheres Niveau der Estnischkenntnisse gefordert, als es die Art der Tätigkeit erfordert, oder es werden Kenntnisse auf nahezu muttersprachlichem Niveau gefordert, für das in Estland kein Sprachzertifikat erworben werden kann. Am Arbeitsplatz erhalten Personen russischer Nationalität niedrigere Löhne als Estinnen und Esten.

Das Verbot der Diskriminierung aufgrund der Nationalität bedeutet nicht automatisch auch das Verbot der Diskriminierung aufgrund der Staatsangehörigkeit.

Alter
Alle Menschen sind gleichwertig und haben das Recht auf Gleichbehandlung unabhängig vom Alter. Ältere Menschen dürfen beispielsweise nicht aufgrund ihres Alters aus dem Gesellschafts- und Arbeitsleben ausgeschlossen werden. Wer als alt und wer als jung gilt, hängt von Gesellschaft und Kultur ab, aber auch vom Alter der-/desjenigen, die/der diese Ansicht vertritt. Es gibt jedoch weitverbreitete Vorurteile gegenüber alten und jungen Menschen darüber, welche Verhaltensweisen und Berufe in einem bestimmten Alter als angemessen gelten und welche nicht.

Vorurteile können zu Altersdiskriminierung und Ausgrenzung führen. Beispielsweise seien ältere Menschen einem negativen Stereotyp zufolge weder innovativ noch lernfähig, weshalb älteren Menschen nicht eingestellt oder befördert werden. Diese Verallgemeinerung trifft jedoch auf viele ältere Menschen nicht unbedingt zu. Auch wenn eine Person eines bestimmten Alters offensichtlich kränker oder weniger belastbar ist, sollten bei der Einstellung immer die konkrete Person und ihre Fähigkeiten berücksichtigt werden, nicht ihr Alter. Auf der anderen Seite besteht die allgemeine Ansicht gegenüber jungen Menschen, dass sie wechselhaft und nicht loyal sind. Diskriminierung aufgrund des Alters kann aus Unwissenheit erfolgen, aber auch Vorurteile und negative Stereotype werden häufig herangezogen, um diskriminierendes Verhalten zu rechtfertigen.

Eine unmittelbare Diskriminierung aufgrund des Alters liegt vor, wenn eine Person aufgrund ihres Alters gegenüber einer anderen Person in einer ähnlichen Situation benachteiligt wird. So wird z. B. einer 50-jährigen Person möglicherweise eine Beförderung oder eine Fortbildung verwehrt, weil man annimmt, dass sie keine Perspektive hat, oder es wird eine jüngere Person mit der Begründung neu eingestellt, dass die Firma Nachwuchs braucht. 

Behinderung
Die Vorstellung dessen, was eine Behinderung ist und wer als Person mit Behinderung gilt, haben sich im Laufe der Zeit geändert. Heute ist der vorherrschende Ansatz, dass Behinderung kein individuelles Gesundheitsproblem ist, sondern dass Behinderung und ihre Wahrnehmung gleichermaßen von der Umgebung der Person abhängen. Öffentliche Verkehrsmittel, Gebäude und deren Einrichtung können Menschen mit Behinderung helfen, alleine zurechtzukommen, oder umgekehrt, ein großes Hindernis im Alltag darstellen und eine Kluft zwischen den Möglichkeiten von Menschen mit Behinderung und denen anderer schaffen.

Deshalb ist der Staat nach estnischem Recht auch verpflichtet, Möglichkeiten zu schaffen, damit Menschen mit Behinderungen so unabhängig wie möglich an der Gesellschaft teilhaben können. Die Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderungen erfordert Maßnahmen zur Schaffung von Chancengleichheit.

In Estland werden unterschiedliche Definitionen von Behinderung angewendet. Nach dem Behindertenhilfegesetz (§ 2 Abs. 1 PISTS) ist eine Behinderung der Verlust oder die Abweichung der anatomischen, physiologischen oder geistigen Struktur oder Funktion einer Person, die in Verbindung mit verschiedenen einstellungs- und umweltbedingten Barrieren die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft verhindert.

Das Gleichbehandlungsgesetz definiert eine Behinderung als den Verlust oder die Abweichung der anatomischen, physiologischen oder mentalen Struktur oder Funktion einer Person, welche die Ausübung der alltäglichen Aktivitäten erheblich und nachhaltig beeinträchtigt.

Eine Person mit Behinderung hat das Recht auf Gleichbehandlung, unabhängig davon, ob die Behinderung diagnostiziert wurde oder nicht. Auch eine Person, die ein Kind oder ein anderes Familienmitglied mit Behinderung betreut, darf nicht ungleich behandelt werden.

Niemand darf aufgrund einer Behinderung benachteiligt oder diskriminiert werden. Eine unmittelbare Diskriminierung aufgrund einer Behinderung liegt beispielsweise vor, wenn eine Arbeitgeberin/ein Arbeitgeber eine/n Bewerber/in mit Behinderung nach dem Vorstellungsgespräch von der Auswahl ausschließt. Eine hörgeschädigte Arbeitnehmerin/ein hörgeschädigter Arbeitnehmer kann nicht an einer Fortbildung teilnehmen, da es keine Gebärdensprachdolmetscherin/keinen Gebärdensprachdolmetscher gibt. Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber weigert sich, den Elternteil eines Kindes mit Behinderung einzustellen. Ein Kind im Rollstuhl wird nicht an einer regulären Schule aufgenommen. Ein Kellner weigert sich, einer blinden Person die Speisekarte vorzulesen. Ein Mann im Rollstuhl möchte einen Waffenschein, aber die Ärztin sagt, das sei nichts für jemanden wie ihn. Im Wartehäuschen an der Bushaltestelle ist so wenig Platz, dass eine Person im Rollstuhl nicht hineinpasst usw.

Estland hat auch das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert, das darauf abzielt, allen Menschen mit Behinderungen ihre Menschenrechte und Grundfreiheiten zu garantieren und die Achtung ihrer angeborenen Würde zu fördern.

Hautfarbe
Menschen dürfen nicht aufgrund ihrer Hautfarbe oder ethnischen Herkunft diskriminiert werden. Anstelle von Rasse ist es angebrachter, von Hautfarbe zu sprechen, denn nach heutigem Verständnis gibt es nur eine Rasse – die menschliche Rasse. Theorien über verschiedene Rassen und deren genetische Unterschiede, vor allem aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, gelten heute nicht mehr als wissenschaftlich fundiert. Anstelle von Rassendiskriminierung ist es daher angebrachter, von Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe zu sprechen.

Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe kann durch Vorurteile gegenüber Menschen mit einer anderen Hautfarbe oder durch bewussten oder unbewussten Rassismus verursacht werden. Rassismus basiert auf einer Denkweise, die eine Gruppe von Menschen als anderen überlegen ansieht. Historisch gesehen steht er in Verbindung mit dem Kolonialismus und der Sklaverei, wo er eine Situation rechtfertigte, in der einige Menschen mehr Rechte in der Gesellschaft hatten und andere weniger. Moderner Rassismus wird durch die Angst vor anderen begünstigt, was zu Feindseligkeit gegenüber Menschen aus einem anderen Land oder mit einem anderen kulturellen Hintergrund führt. Die Einstellung, dass manche Menschen weniger wert sind, weil sie eine andere Hautfarbe haben, kann in schwerwiegenderen Fällen zu Hassrede und sogar zu Hassverbrechen führen. Den estnischen Gesetzen nach hat niemand das Recht, sich beleidigend zu äußern oder zu Hass, Rassismus und Stigmatisierung von Menschen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft oder Hautfarbe aufzurufen.

Eine unmittelbare Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe liegt vor, wenn eine Person aufgrund ihrer Hautfarbe gegenüber einer anderen Person in einer ähnlichen Situation benachteiligt wird. Beispielsweise wird eine Person nach einem Vorstellungsgespräch nicht eingestellt, weil sie schwarz ist. Eine Vermieterin/ein Vermieter weigert sich, die Wohnung an eine Studentin/einen Studenten aus China zu vermieten.  Ein schwarzes Kind wird in der Schule gehänselt, aber die Schulleitung nimmt dieses Thema nicht ernst. Ein Mann mit dunklerer Hautfarbe wird nicht in einen Nachtclub eingelassen usw.

Sexuelle Identität
Unter sexueller Identität versteht man die Fähigkeit eines jeden Menschen, sich emotional und sexuell zu einer anderen Person hingezogen zu fühlen und Beziehungen einzugehen. Sexuelle Identität ist auch das Selbstverständnis einer Person als sexuelles Wesen – wer sie ist und wie sie von anderen gesehen werden möchte.

Die sexuelle Ausrichtung ist ein Rechtsbegriff, der zu den Diskriminierungsmerkmalen des Gleichbehandlungsgesetzes gehört, aufgrund dessen eine Person nicht benachteiligt werden darf. Das Gleichbehandlungsgesetz definiert diesen Begriff nicht, jedoch versteht man darunter die Homo-, Bi- oder Heterosexualität einer Person, d. h. mit wem sie bevorzugt intime Beziehungen eingeht.

Im Laufe der Zeit und in vielen Gesellschaften haben homosexuelle und bisexuelle Menschen Ausgrenzung, Verfolgung, Diskriminierung und Einschränkungen ihrer Rechte erfahren. Auch heute noch sind Ungleichbehandlung und Gewalt gegen lesbische, schwule und bisexuelle Menschen (abgekürzt LGB) nicht aus der Gesellschaft verschwunden. Oft ist eine negative Einstellung verwurzelt in Homophobie, d. h. Homosexuellenfeindlichkeit, die negative Gefühle und Einstellungen, manchmal auch Hass, gegenüber Homo-, Bi- und Transsexualität und lesbischen, schwulen, bisexuellen und transsexuellen Menschen umfasst.

Eine unmittelbare Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung liegt vor, wenn eine Person aufgrund ihrer sexuellen Orientierung gegenüber einer anderen Person in einer ähnlichen Situation benachteiligt wird. So wird beispielsweise eine schwule oder lesbische Person für eine gleichwertige Arbeit schlechter bezahlt als eine heterosexuelle Person. Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber zahlt auf eigene Initiative Familienzulagen oder andere Leistungen für Familien oder Kinder ausschließlich an heterosexuelle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Eine Person wird nicht eingestellt, wenn sich herausstellt, dass sie schwul oder lesbisch ist oder die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber sie für schwul oder lesbisch hält usw.

Religion und Weltanschauung
Jeder Mensch hat das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit und das Recht, seinen Ansichten und Überzeugungen treu zu bleiben. In einigen ethnischen Gruppen kann die Religion eine entscheidende Rolle für die Identität der Menschen spielen. Gleichzeitig gibt es aber auch weit verbreitete Vorurteile gegenüber verschiedenen Religionen. So kann beispielsweise eine Person mit klaren religiösen Überzeugungen als jemand wahrgenommen werden, der seine Religion verbreiten und anderen aufzwingen will, was zu Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen eines bestimmten Glaubens führen kann. Die Menschen haben jedoch auch andere Überzeugungen als die Religion, z. B. politische Überzeugungen oder eine umfassendere Weltanschauung. Abgesehen von politischen Ämtern darf die Parteizugehörigkeit einer Person weder einen Vorteil verschaffen noch ein Hindernis bei der Arbeitssuche oder für soziale Aktivitäten darstellen.

Eine unmittelbare Diskriminierung aufgrund der Religion oder Weltanschauung liegt vor, wenn eine Person aufgrund ihrer Religion oder Weltanschauung gegenüber einer anderen Person in einer ähnlichen Situation benachteiligt wird. Zum Beispiel, wenn eine Kindergärtnerin/ein Kindergärtner entlassen wird, weil sie/er aufgrund ihrer/seiner religiösen Überzeugungen in ihren/seinen Aufgaben eingeschränkt ist (sie/er darf keine Kindergeburtstage feiern). Diese Einschränkung ist jedoch nicht unabdingbar, damit sie/er ihre/seine Arbeit machen kann. Wenn eine Person aufgrund ihrer Religion oder religiösen Überzeugung nicht eingestellt wird.

Wenn Sie sich ungleich behandelt fühlen, wenden Sie sich bitte an die Gleichstellungsbeauftragte unter der E-Mail-Adresse avaldus@volinik.ee oder unter Tel. +372 626 9059. Die Anonymität der Person, die sich an die Beauftragte wendet, wird gewährleistet.